K.I.T.A. – Das Menschenmögliche.

Eine Hörspiel-Mockumentary.

Roboter mit Kind und Luftballon

In lebendigen Szenen erleben die Hörer*innen, wie Roboter Kinder betreuen und erziehen. Die Entwickler*innen der Firma Ai Ai loben die Vorteile ihres intelligenten Nanny-Systems, während Pädagog*innen im staatlich geförderten Pilotprojekt K.I.T.A. diese erstmals in Deutschland einsetzen.

Eltern sprechen über ihre Motivation, geben Stimmproben ab, damit die KI sie imitiert oder wählen die Stimme für ihren Erziehungsroboter aus einer Datenbank. Pädagog*innen erklären, aus welchen Erziehungskonzepten die Eltern wählen können, anlaysieren Bedarfe und beraten. Die Ai Ai Chefin erinnert an die Traumata, die manche Kinder mit echten Eltern erleben. Politiker*innen geben die Folgekosten zu bedenken. Kinder spielen mit Robotern. Die Roboter funktionieren perfekt und machen, was ihnen aufgetragen wird. Alles läuft nach Plan.

Das Stück schließt an eine lange Tradition dystopischer Literatur über Maschinenmenschen seit der Erfindung von Frankenstein durch Mary Shelly an. Doch die größte Gefahr liegt vielleicht nicht in der Unkontrollierbarkeit von Maschinen, sondern gerade in ihrer Kontrollierbarkeit. Fragen wie die, was für Menschen sich so entwickeln und ob sich menschliche Stärken nicht eher durch Widersprüche und Unperfektes entwickeln, stehen subtil zwischen den Zeilen. Die Autorinnen schaffen einen Raum, in dem unklar bleibt, ob das Experiment sinnvoll oder sinnlos ist. Sie bringen die Zuhörenden dazu, ihre eigenen Erziehungsfähigkeiten, ihren Anspruch auf Selbstoptimierung und dessen Übertragung auf die Nachkommen zu reflektieren.

Das Besondere des Projektes ist die Mischung aus Fiktion und Dokumentation sowie der improvisatorische Charakter. Die Autorinnen erfinden die Firma Ai Ai, das Projekt K.I.T.A. und ihre Vertreter*innen. Die gespielten Interviews und Szenen beruhen in Inhalt und Sprechweise auf Recherche und werden ggf. mit Originaltönen von Entwickler*innen existierender KI-Unternehmen ergänzt. Die Expert*innen und das K.I.T.A.-Personal werden von professionellen Schauspieler*innen gespielt, die Handlungsanweisungen erhalten. Eltern und Kinder hingegen sind real und gehen unvorbereitet in die Spielsituationen mit den Schauspieler*innen. Die Improvisation soll realistische Reaktionen erzeugen. Sprechtexte der Roboter werden mit Hilfe des OpenAI Sprachmodells entwickelt.

Konzept / Text / Schnitt

Antje Vauh, Carina Pesch

Regie

Antje Vowinckel, Carina Pesch

Produktion

Autorenproduktion 2021/22

Studioaufnahmen, Endmischung

Boris Wilsdorf / andereBaustelle

Stimmen

n.n.

Bild

Carina Pesch