The Wall.

Eine ortsspezifische Sound-Installation.

Frau lauscht an Mauer

Eine staubige Straße führt an der Herberge Alberg Rural in El Polell vorbei. Seit Jahrhunderten wurde sie zum Transport genutzt. Die meisten Menschen ziehen vorüber, ohne das zu bemerken, ohne die vielen Details zu bemerken, ohne zu bemerken wieviele vor ihnen diesen Weg entlang zogen.

Die Klang-Installation „The Wall“ lenkt die Aufmerksamkeit der Vorüberziehenden auf die kleinsten Details, die im Vorbeilaufen bemerkt werden können. Sie lässt sie Mauer sprechen, als ob die Geister alljener sprächen, die zuvor vorüberzogen – redend, redend, redend… und laufend, laufend, laufend.

Für die Produktion des akustischen Materials der Installation wurde auf die Methode des Automatic Speaking (nach Antje Vowinckel) zurückgegriffen. Die Improvisationsmethode transferriert die Technik der Écriture Automatique auf das Sprechen, indem bei langsamen Gehen ohne Pause ausgesprochen wird, was in dem Moment wahrnehmbar ist. Durch verschiedene Sprecher*innen auf derselben Strecke ausgeführt erhält man verschiedene Wahrnehmungsperspektiven auf einen Ort, die zu einem Stück Realität komponiert werden können. In der Installation konnten Besucher*innen sich zwischen den Lautsprechern frei bewegen. Ihre Bewegung bestimmt die Komposition mit, sie können mit Nähe und Distanz spielen, rein- und rauszoomen, genau hinhören oder flüchtig vorüberziehen.

Konzept

Carina Pesch

Stimmen

Robert Coleman, Ludwig Meckel, Carina Pesch

Ton / Installation

Robert Coleman, Ludwig Meckel, Carina Pesch

Die Installation entstand während der Sound Art Residenz Audiotalaia Summer Camp 2018.

Die Residenz wurde unterstützt durch die European Cultural Foundation und Compagnia di San Paolo.

The Wall Sound Installation